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Die blickfang Messe in Zürich bekam eine Frischzellenkur

Die blickfang Zürich zügelte – und die Messepremiere im Stage One glich einer Einweihungsfeier. Auf zwei Ebenen schwelgten rund 15.000 Besucher in gutem Design, schlossen neue Freundschaften mit frischen Designtalenten und lernten altbekannte Branchenvorbilder von einer neuen Seite kennen.

„blickfang Zürich – alles neu“: Das verkündeten seit Wochen Anzeigen und Plakate, die für die internationale Designmesse blickfang Zürich warben. Eine grosse Ankündigung, insbesondere für eine Designmesse, die seit zwanzig Jahren per se für frische Designtalente und nie gesehene Entwürfe steht. Doch als die blickfang Macher aufgrund der Renovation des Kongresshauses vom 10. bis 12. November erstmals das Stage One in Oerlikon bezogen, war klar: Dies war kein Locationwechsel, sondern eine Radikalkur. „Im Vorfeld der blickfang Zürich habe ich mir unzählige Male vorgestellt, im Eingangsbereich der neuen blickfang Zürich zu stehen, und mich gefragt: Haben wir alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben? Spürt man den neuen Wind bereits, wenn man die blickfang betritt?“, erzählt blickfang-CEO Jennifer Reaves. „Jetzt kann ich mit Fug und Recht sagen: Ja! Die neue blickfang Zürich war phänomenal. Im Stage One haben wir unsere Vision verwirklicht. Das ist, wie wir die blickfang im Jahr 2017 sehen.“ Das lockte eingefleischte blickfang-Fans nach Oerlikon: Mit rund 15.000 Besuchern ist die Frequenz vergleichbar mit dem Vorjahr im Kongresshauses.

„Concept Stores, die wirken, als gehörten sie dort hin“
Das neue Ausstellungskonzept, das Einzelpräsentationen im Erdgeschoss mit Shop-Präsentationen auf der Galerie verband, wirkte für das Traditionsevent als Frischzellenkur. In aufgeräumter, moderner und grosszügiger Umgebung erschienen die Design-Produkte in neuem Licht – und zwar unabhängig davon, ob sie von den 50% Erstausstellern stammten oder zu den Kollektionen etablierter Publikumslieblinge zählten. Das war kein Zufall: Die Concept Stores, die der über der Halle schwebende Galerie Einkaufsstrassen-Flair verliehen, waren in enger Abstimmung von Designern und Messemachern entstanden. Dass dies ein Wagnis für beide Seiten war, war im Stage One nicht mehr zu spüren. blickfang Geschäftsführerin Jennifer Reaves berichtet: „Nach dem Presserundgang wurde ich gefragt, ob die Concept Stores permanent im Stage One installiert würden – so natürlich, selbstverständlich und sehenswert wirken sie. Aber sie verschwinden mit Ende der blickfang genauso wie die anderen Designerstände.“ Somit war die Flüchtigkeit des blickfang-Erlebnisses möglicherweise noch nie so deutlich wie im Stage One, und spornt die blickfang-Macher für die kommende Ausgabe der blickfang Zürich an: „Unsere erste Messe im Stage One war erst der Anfang“, unterstreicht Jennifer Reaves. „Wir sind zurück auf Start gegangen, und haben in den letzten drei Tagen zahlreiche Ideen, Eindrücke und Anregungen gesammelt. Nun werden wir nicht stehen bleiben, im Gegenteil, wir fangen grade erst an.“

Von stillem Handwerk bis zum mutigen Querdenker
Das unterstützt auch die Fachjury, die am Eröffnungsfreitag der blickfang Zürich die besten Aussteller kürte. Charles O. Job, Christof Hindermann, Sandra Kaufmann und Peter Flückiger zeigte sich beeindruckt vom neuen Messekonzept diskutierten lange, ob nicht der Concept Store „Zoom in“ als
Ganzes den blickfang Designpreis verdient hätte. Von Estelle Gassmann über Gafnerwerke, KöpkeKöpke, Glaslabor und Felix Doll bis hin zu Atelier Volvox: Jeder der Zoom-In-Designer hatte es in die engere Jury-Auswahl geschafft. „Hier findet man ausschliesslich Produkte von hoher Qualität“, unterstreicht etwa Christof Hindermann, „und das Niveau der Inszenierung legt die Messlatte für die nächste Messe-Ausgabe hoch.“ Letztlich entschied sich jedoch die Jury, tatsächlich das Werk einzelner Designer hervorzuheben und zu ehren. Das Votum steckt zugleich das inhaltliche Spektrum der blickfang Zürich ab: Mit Special Mentions ermutigt die Jury die Querdenker, Andersmacher und Individualisten unter den Ausstellern. Makerball erhält die besondere Anerkennung der Jury für ein Flipper-Selbstbauset, das sich im DIY-Prinzip erweitern lässt. Fiona K Design wiederum begeistert mit Foulards, deren fantasiereichen Motive von handgefertigten Pin Up Zeichnungen geprägt sind, ohne schlüpfrig zu sein. Beide erhalten eine Special Mention – die blickfang Designpreise gehen jedoch an hingebungsvolles, detailvollendetes Design, das exzellent handwerklich umgesetzt ist.

Blickfang Designpreis Mode & Schmuck: Salome Späth
Salome Späth gewinnt in der Kategorie „Mode & Schmuck“ mit filigranem, gehäkeltem Schmuck. Mit ihrer Arbeit belebt und veredelt die Zürcherin ein uraltes und jedem Schweizer bekanntes Allerwelts-Handwerk. Mit feine Seidenfäden in unendlicher Farbvielfalt umgarnt sie Perlen und Stecknadelkopf grosse Edelsteine. Jeder einzelne Stein beansprucht dabei Aufmerksamkeit: Salome Späth prüft jeden Stein, bevor sie ihn in ihr Schmuckstück integriert. In Zeiten von Strass und Glasschmuck Made in China sind ihre reduzierten Entwürfe eine Hommage an Geduld, Detailliebe, Materialität und nicht zuletzt Schweizer Handwerk: Ein leiser Akzent der blickfang, der in der Augen der Jury besondere Aufmerksamkeit verdient.

Blickfang Designpreis „Möbel & Produkt“: Atelier Volvox
Schon seit sechs Jahren zeigt und verkauft Atelier Volvox an der blickfang seine Entwürfe; und schon mehrfach hat das Duo die Aufmerksamkeit verschiedener blickfangDesignpreis-Juroren auf sich gezogen. So auch an der neuen blickfang Zürich, wo Atelier Volvox sich als Teil des Concept Stores „Zoom In“ präsentierte. Die gelernte Schreinerin Lea Gerber und die gelernte Dekorationsgestalterin Sophie Liechti begeisterten die Jury mit Entwürfen, die trotz der kleinseriellen Fertigung ein hohes Mass an Individualität behalten. Besonders verkörpert das die Kupfervase „Alba“: Sie wird von Hand
erhitzt und in Form gepresst. Dabei nimmt der obere Vasenrand eine schillernde Patina an, die von sanftem Grün bis hin zu Regenbogenfarben reichen kann. Ein Zufallsaspekt, den die Industrie versucht, zu vermeiden, und den Atelier Volvox umarmt. Denn auch das ist gutes Design: Eigenarten eines Handwerks zu verstehen, und als Gestaltungselement nutzen, anstatt die Spuren zu verbergen.

Die nächsten Daten der blickfang:
NEU blickfang Bern | Bernexpo | 24 | 25 | 26 November 2017
Designers Market by blickfang | imm cologne | 19 | 20 | 21 Januar 2018
blickfang Hamburg | Deichtorhallen | 02 | 03 | 04 Februar 2018
blickfang Stuttgart | Liederhalle | 16 | 17 | 18 März 2018
blickfang Basel | Messe Basel | 04 | 05 | 06 Mai 2018
blickfang Wien | MAK | 26 | 27 | 28 Oktober 2018
blickfang Zürich | Stage One | 9 | 10 | 11 November 2018

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