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FASHIONPAPER – das Magazin für Fashion, Beauty und Lifestyle

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Jay Jules: Entscheide dich ob du weit oder schnell gehen willst

Photo: zVg Lilian Salathe

Musik und Kino

Jay Jules: Entscheide dich ob du weit oder schnell gehen willst

Jay Jules war bereits mit 6 Jahren fasziniert von der Hip Hop Kultur. Aufgewachsen in geschiedenen multikulturellen Haushalten, musste er früh lernen, zwischen zwei Welten hin und her zu pendeln. Inspiriert durch seine Idole, entdeckte er, dass er mit seinen Texten Botschaften verfassen und Erlebnisse verarbeiten konnte. Auf diese Weise entstanden im Alter von 19 Jahren seine ersten Songs. Später begann Jay Jules seine Musik selber zu produzieren, um seinen akustischen Fingerabdruck zu kreieren. Zwischen Boom Bap und Trap, zwischen Conscious und Fun, zwischen Akustisch und Elektronisch: Jay Jules setzt keine Grenzen und verbindet seinen Wurzeln nach, Elemente, welche üblicherweise getrennt werden.

Wie muss man sich deinen Alltag vorstellen?
Jay Jules: Es gibt nicht den „einen“ Alltag. Es gibt Studio Tage, an denen ich Songs aufnehme. Es gibt Songwriting Tage, an welchen ich neue Texte schreibe oder Beats produziere. Es gibt Management Tage, an welchen ich mich um den administrativen Aufwand eines Musikers kümmere, Musiker für eine Zusammenarbeit anfragen, Termine festlege, Strategien ausarbeite und vor allem viele E-Mails schreibe. Aber es gibt auch die Tage, an welchen ich alles zusammen mache. Das ist sehr herausfordernd, aber auch das Schöne, dass kein Arbeitstag gleich wie der Vorhergehende ist.

Was fasziniert dich an deinem Schaffen?
Jay Jules: Ich kann aus Emotionen und Gedanken etwas Neues kreieren. Eine völlig fiktive Welt und dennoch sehr real. Alles, was ich produziere oder schreibe, erschaffe ich aus Inspirationen und Erlebnissen meines Lebens oder von Geschehenem, das mich beschäftigt oder interessiert. Wer meine Inspiration nicht kennt, der wird es neu interpretieren. Ich bin frei im Rahmen der Kunst, mir meine eigene Welt zu erschaffen.

Welcher Moment hat deine heutige Karriere definiert?
Jay Jules: Als ich mich 2016 entschloss alles vorerst selber in die Hand zu nehmen, vom Songwriting über die Produktion zum Recording/Mixing bis hin zum Release und Marketing. Viele Meilensteine, wie den Supportslot von Kamasi Washington, den Gig auf der Campfire Stage am Gurtenfestival und den Sieg des Swiss Live Talent Creative Awards, habe ich erreicht, was ich schätze. Ich bin mir aber auch bewusst, dass ich noch weit davon entfernt bin, mit der Musik mir meine Rechnungen zahlen zu können.

Gibt es eine Lebensweisheit, welche auf deinen Erfolg zutrifft?
Jay Jules: Ein Zitat welches mir meine Mutter schon früh mitgegeben hat: „Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, dann musst du mit anderen zusammen gehen.“ Je länger je mehr merke ich, dass ich alleine teils stagniere, da ist die Zusammenarbeit mit verschiedenen Leuten essenziell. Kompromisslosen Hip Hop mit professionellen Musikern ist meiner Meinung nach Musikalisch etwas vom stärksten, was man bieten kann.

Worauf bist du besonders stolz?
Jay Jules: Das Wissen, welches ich mir in den letzten paar Jahren über das Musik-Business und die Musikproduktion grösstenteils selbst beigebracht habe. Auch, dass ich die Angst, meine Musik den Leuten zu zeigen, überwinden konnte.

Welches war dein Magic Moment als Musiker?
Jay Jules: Fast jedes Konzert welches ich bis jetzt spielen konnte. REEL BEETZ als Backing Band zu haben ist für mich ein Magic Moment an sich. Die Energie, welche ich erhalte, wenn die Backing Band spielt, ist unverfälschbar und diese trage ich dann über die Performance an die Leute weiter.

Welche Menschen inspirieren dich?
Jay Jules: Leute die Neues versuchen oder anders interpretieren, auch wenn sie dafür viel Kritik erhalten, weil sie fest davon überzeugt sind, dass dies ihr Lebensweg ist. Zu diesen Leuten gehören für mich unter anderem Tupac, Chronixx, Rudolf Steiner oder Harald Lesch. Auch meine Eltern sind eine grosse Inspirationsquelle für meine Musik und für mein Alltagsleben.

Wie nimmst du eine Auszeit?
Jay Jules: Mit meinen engsten Kollegen oder mit der Familie. Die Auszeit ist etwas vom wichtigsten für jemanden der ständig im Homeoffice arbeitet und wo die Abtrennung zwischen Arbeit und Freizeit nicht so klar ist. Ich liebe auch Fahrradtouren zu machen, ob ein paar Tage oder ein paar Wochen, Hauptsache dabei ist der Natur nahe zu sein.

Was bringt dich auf die Palme?
Jay Jules: Fremdenhass, Ungerechtigkeit und Massenausgrenzung

Über was kannst du lachen?
Jay Jules: Mit etwas Abstand über mich selbst. Ich finde es wichtig den Humor im Leben nicht zu verlieren, denn diesen behält einen am Leben. Schlussendlich wissen wir nicht genau, weshalb und wozu wir hier sind, aber wenn wir dabei nicht alles allzu ernst nehmen, können wir zumindest ab und zu auch über Missgeschicke oder eben sich selbst lachen.

Was ist das Mutigste, das du je gemacht hast?
Jay Jules: Ich würde es nicht als mutig bezeichnen, aber viele Leute haben mir gesagt, als ich 8 Tage mit dem Fahrrad in den Schwarzwald ohne Handy gefahren bin, dass sie dies als sehr mutig empfunden haben. Für mich war es das einzig Richtige in dem Moment.

Welche Musikrichtung hörst du gerne?
Jay Jules: Hip Hop, Soul, Reggae, Dub, Rumba, Ndombolo, Afro Jazz, Blues, Rock (je nach Situation), Filmmusik, Traditionelle Asiatische Musik, und noch vieles mehr. Musik ist eine Sprache, wenn ich sie nicht verstehe, möchte ich sie lernen.

Was bedeutet Luxus für dich und welchen Luxus gönnst du dir?
Jay Jules: Die Wahl das zu machen was man will, wobei dies Segen und Fluch sein kann; die Qual der Wahl. Ich gönne es mir so lange die Musik zu machen, die ich will, bis ich davon leben kann. Ein Plan B ist nicht in Sicht.

Welche Tipps gibst du anderen, die mit dem Gedanken spielen, eine Karriere als Musiker einzuschlagen?
Jay Jules: Lernt alle Player im Musikbusiness und deren Positionen kennen und entscheidet euch welchen Weg ihr, als Musiker gehen möchtet und was ihr dazu braucht. Macht soviel wie möglich selber, die Leute welche Arbeiten abnehmen können werden auf dem Weg kommen, dafür müsst ihr aber schon einen gewissen Erfolg selber verbuchen können. Und ein ganz wichtiger Tipp, was ich lange nicht verstanden habe; lasst euch von anderen Musikern und Leuten aus der Branche mit Inputs helfen, Musik ist für alle da.

Was sind deine Zukunftspläne?
Jay Jules: Möglichst spannende Leute treffen, mit welchen ich Musik machen kann, aber auch die Zusammenarbeit auf einem administrativen Weg erweitern kann. Zur Zeit produziere ich viel Musik, welche im Laufe des Jahres veröffentlicht wird. Auch werde ich mit verschiedenen Musikrichtungen experimentieren, ich möchte mich nicht durch ein Musikgenre eingrenzen.


HIER gehts zum Youtube Profil von Jay Jules.

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