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Matija, eine Band die zum Nachdenken anregt

Musik und Kino

Matija, eine Band die zum Nachdenken anregt

Photo: zVg saymyname.berlin Sebastian Mowka

Matija, eine Band die zum Nachdenken anregt

In einer Schulband am Gymnasium haben sich die Mitglieder der Band „Matija“ aus München kennengelernt. Der Sänger, Matija Chlupacek, ist Student an der Hochschule für Musik und Theater und nebenbei Barkeeper in der Bar The High. Im Interview erzählt der Musiker rückblickend, welcher Moment das Schreiben von Songs auslöste und wie er für sich die Antwort, auf Fragen mit Zukunftsängste beantworten konnte. Ein feiner Musiker, Künstler mit wahrer Tiefe.

Wie muss man sich deinen Alltag vorstellen?
Matija Chlupacek: Ich bin die meiste Zeit mit meiner Band beschäftigt. Entweder spielen wir Konzerte auf Tour, sind in Studios und nehmen Musik auf, proben in unserem Proberaum, beantworten Briefe und verschicken Merchandise. Nebenher widme ich mich dem Studium der Musik an der Musikakademie in München. Ich spiele (auch in der Band) Blockflöte seit 20 Jahren und studiere das Instrument im 6. Semester, mit Klavier im Nebenfach. Um den teuren Lebensstandort München finanzieren zu können, arbeite ich zusätzlich in der Cocktailbar „The High“ welche vor Kurzem vom GQ Magazin zu den 12 besten Bars Deutschlands gezählt wurde. Dort bin ich Barkeeper.

Was fasziniert dich an deinem Schaffen
Matija Chlupacek: Ich hab immer einen Schaffensdrang in mir gespürt. Es liegt mir im Blut, aus visuellen und emotionalen Eindrücken Neues zu schaffen. Bilder, Filme, Bücher, Gefühle, zwischenmenschliche Beziehungen, Architektur, all die schönen Dinge auf dieser Welt lösen in mir eine Kreativität aus. Sie sprechen zu mir und sagen: „Mach aus uns etwas neues und erzähl die Geschichte in deinen Worten.“ Es ist faszinierend in einer Band mit 2 meiner engsten Freunde (wir sind im Grunde genommen inzwischen eine Familie) dieses Gefühl zu teilen und gemeinsam Kunst zu machen, sie auf die Bühnen des Landes tragen zu dürfen. Ein grosses Privileg und mein Treibstoff im Leben, Ich bin sehr dankbar dafür.

Welcher Moment hat deine heutige Karriere definiert?
Matija Chlupacek: Ein früher Moment. Ich hörte den Song „Layla“ von Eric Clapton, da war ich 16, und ich wusste: Ok, ich muss das auch probieren, solche Songs zu schreiben. Ich glaube nichts hat in mir jemals so viel Feuer entfacht, meinen Träumen nachzugehen, wie dieser Song.

Gibt es eine Lebensweisheit, welche auf deinen Erfolg zutrifft?
Matija Chlupacek: Sei dankbar für alles was du hast und freue dich über die kleinen Dinge im Leben, dann wird es dir nie langweilig werden. Ich messe mich nicht an Erfolg, weil es allgemein schwer ist Erfolg zu messen. Wir sind sicher noch lange nicht da, wo wir als Band noch hinwollen. Trotzdem wache ich jeden Tag auf und denke mir: „Wow, wir haben echt schon einiges geschafft, auf das wir stolz sein können.“ Und dann ist es egal, ob man morgen in einem Club oder in einem Stadion spielt, man freut sich einfach, überhaupt spielen zu dürfen.

Worauf bist du besonders stolz?
Matija Chlupacek: Ich bin besonders stolz darauf, gelernt zu haben, mit der Zukunftsangst umzugehen, die einen Künstler alltäglich begleitet. „Wie geht es weiter? Wie sieht die Lage in 5 Jahren aus? Werde ich dieses Jahr trotz Corona noch ein Konzert spielen? Werden wir jemals berühmt?“ Solche Fragen tauchen vermehrt auf, wenn man in der Kreativbranche tätig ist. Und ich bin stolz darauf, meine Antwort auf diese Fragen gefunden zu haben: „Egal wie es morgen aussieht, ich weiss was gestern war.“ Ich werde mir des bereits zurückgelegten Weges bewusst und versichere mir, dass ich den Rest eh nicht planen kann, bis auf die Sicherheit, dass ich jeden Abend behaupten kann, mein Bestes gegeben zu haben. Das ist das einzige, was man wirklich beeinflussen kann. Der Rest ergibt sich von selbst. Oder auch nicht. Man weiss nie.

Welches war dein Magic Moment als Musiker?
Matija Chlupacek: Mein Magic Moment als Musiker war unser Auftritt im ARD Morgenmagazin. Es war 02:00 nachts, wir haben gesoundcheckt, es war alles so professionell und durchgetaktet in diesem Fernsehstudio in Köln. Ich wusste in diesem Moment, „Wow wir sind irgendwie ein kleiner Teil eines grossen Apparats, wir haben irgendwas schonmal richtig gemacht, wenn die ARD uns erlaubt einen Auftritt im nationalen Fernsehen hinzulegen. Jetzt müssen wir nur noch so weitermachen, da geht was.“

Welche Menschen inspirieren dich?
Matija Chlupacek: Menschen, die sich selbst nicht zu ernst nehmen, die Natur lieben und Liebe ausstrahlen. Ich habe einige Idole, in der Musik sind es u.A. David Bowie, Freddie Mercury, Lana Del Rey und Thom Yorke, aber es inspirieren mich ebenso andere „Künstler“, wie der Koch Alex Atala, der Fussballer Mohamed Salah, der Pizzabäcker meiner Stammpizzeria oder mein Jiu Jitsu Lehrer Ben. Menschen die einen inspirieren sind lebenswichtig.

Wie nimmst du eine Auszeit?
Matija Chlupacek: Ich liebe es zu kochen und dabei Jazz zu hören, das bringt mich komplett ins Gleichgewicht. Genau so wichtig ist mir Sport, ich jogge, spiele Fussball, bin Mitglied in einem MMA Verein und lerne dort Jiu Jitsu. Danach kommen ausgedehnte Cafe Besuche mit meinen Freunden, einfach nur in der Sonne sitzen, einen Cappuccino, eine Zigarette und stundenlange Gespräche. Und mein Geheimtipp: Einfach mal alleine ins Museum oder ins Kino gehen. Man hat am Anfang Sorge, es wäre doch seltsam alleine auszugehen, aber es ist tatsächlich einfach fantastisch.

Was bringt dich auf die Palme?
Matija Chlupacek: Es bringt mich am meisten auf die Palme, wie wir mit unseren Palmen umgehen. Also mit der Natur. Wir katapultieren uns selbst in eine unschöne Zukunft unseres Planeten. Jetzt gibt es die Corona Pandemie und plötzlich scheinen die Umweltmassnahmen richtig einfach umsetzbar zu sein, interessant oder, wie der Mensch plötzlich auf das Flugzeug verzichten kann?
Und es bringt mich auf die Palme, wenn Menschen sich nicht trauen das zu machen, was sie eigentlich machen wollen, weil sie denken, die Gesellschaft will es so von ihnen und es wäre ihre Pflicht sich daran zu halten. Viel zu viele Menschen passen sich an vorgefertigte Pläne an, Studium, Beruf, Urlaub, Kinder, Grillen am Wochenende, Rente. Das ist auch wunderbar, wenn man es so will. Aber wenn du eigentlich im Herzen gerne einen Kiosk aufmachen würdest und Zeitungen verkaufen willst, dann mach das doch einfach. Niemand hält dich davon ab, ausser du selbst. Und was die anderen denken kann dir egal sein, denn sie sind nicht du.

Über was kannst du lachen?
Matija Chlupacek: Über Memes. Mein Freund und Bandkollege Jan und ich teilen eine geheime Bruderschaft der Memes, wir versorgen uns öfters mit den neuesten witzigen Posts, die man auf Reddit und Instagram finden kann. Meistens sind es sarkastische oder lustige Kommentare über das Zeitgeschehen oder Witze die in ein Bildformat verpackt werden, hierbei gilt: Umso schlechter gemacht, umso sinnloser die Sätze, je mehr Rechtschreibfehler, desto lustiger ist es. Schwer zu beschreiben, aber ein guter Einstieg hierfür wäre auf Instagram die Seite @ClassicalArtMemes. Viel Spass!

Was ist das Mutigste, das du je gemacht hast?
Matija Chlupacek: Ich habe mal Haftbefehl in einem Köfte Laden am Cottbuser Tor nach einem Autogramm gefragt, während er umzingelt von Bodyguards sein Abendessen geniessen wollte.

Welche Musikrichtung hörst du gerne?
Matija Chlupacek: Es gibt kein Limit. Ich höre wirklich alles, was in mir Gefühle auslöst, von Klassik, Jazz, Blues, Hip Hop über Elektro zu Indie zu Radio Pop bis hin zu Metal. Bei Scream Metal wird es schwer.

Was bedeutet Luxus für dich und welchen Luxus gönnst du dir?
Matija Chlupacek: Luxus bedeutet für mich ganz klar: Nicht zwingend teure Dinge, sondern Dinge die eine hohe Qualität, lange Lebensdauer und/oder Tradition haben. Ich liebe es, wenn die Kasse stimmt, gute Lebensmittel zu kaufen, Bio oder am besten sogar vom Bauernhof, es schmeckt besser, trägt einen guten Teil zur Bauernwirtschaft bei, ist Klima Neutral und tut dem Körper gut. Oder z.B. ein Fairtrade Hemd der Marke TicToc, ein kleines Label, welches komplett nachhaltig in Deutschland produziert. Sicher, das Hemd kostet dann schnell 80€, aber es hält sich Jahre und die Qualität ist sensationell. Das ist für mich Luxus. Sich etwas hochwertigere Dinge einmal kaufen zu können und dann länger was davon zu haben. Wenn der Künstlergeldbeutel es gerade hergibt, versteht sich.

Welche Tipps gibst du anderen, die mit dem Gedanken spielen, eine Karriere als Musiker einzuschlagen?
Matija Chlupacek: Ich gebe einen Tipp weiter, den ich von einem holländischen Musiker-Kollegen der Band Kensington erhielt, vor einer gemeinsamen Show in München: „Wenn du das als Hobby machen willst, sorg einfach dafür, dass du immer Spass an der Sache hast. Wenn du das ernst machen willst, musst du an einen Punkt kommen, an dem du dir zu 110% sicher bist, deine Bandkollegen, eine Bühne, die ganze Industrie nie wieder sehen zu wollen. Du musst komplett jegliche Hoffnung verloren haben. Und dann trotzdem weitermachen. Dann kannst du es schaffen.“ Das habe ich mir eingeprägt und trage es in mir, ich glaube es bedeutet übersetzt: „Wer als Musiker Erfolg haben will, der muss dazu bereit sein, durch sehr schattige Täler zu wandern.“ Aber das lohnt sich dann irgendwann.

Was sind deine Zukunftspläne?
Matija Chlupacek: Die Band Matija arbeitet momentan am zweiten Album, es ist momentan kurz vor der Fertigstellung. Am 17. April erscheint die erste Single aus dem Album, „absolutelynothing(today)“ ein Song über das Gefühl, das einen Tag lang absolut nichts passiert, momentan irgendwie ganz passend. Dieser Single folgt eine weitere Single, hoffentlich der Festivalsommer, das Album im Herbst und danach eine ausgedehnte Tour durch Deutschland. Wir hoffen, dass dieser Plan genau so stehen bleibt, aber momentan weiss man ja nie. Wir bleiben positiv!


HIER gehts zum Youtube Profil von Matija.

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