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FASHIONPAPER – das Magazin für Fashion, Beauty und Lifestyle

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Die Mode von Dennis Chuene ist sein sozialpolitischer Kommentar auf das Weltgeschehen

Photo: zVg Dennis Chuene, Finnegan Godenschweger

Fashion

Die Mode von Dennis Chuene ist sein sozialpolitischer Kommentar auf das Weltgeschehen

2008 gründete Dennis Chuene sein gleichnamiges Label. Seit zweieinhalb Jahren leitet der gebürtige Südafrikaner dieses aus Berlin. Mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit arbeitet der Designer fast ausschließlich mit re- und upcycelten Materialien. Alle seine Looks entstehen per Hand in seinem Berliner Atelier. Mit Streetwear-Charakter und innovativen Details verfolgt Dennis Chuene mit seiner Mode jedoch noch einen höheren Sinn: sie ist sein sozialpolitischer Kommentar auf das Weltgeschehen. Er möchte Missstände aufzeigen, die er in überaus detailreichen, raffinierten und tragbaren Kunstwerken verwebt.

Ein politisches und unmissverständliches Statement möchte Dennis Chuene mit all seinen Kollektionen setzen und nutzt seine rebellische Mode als Sprachrohr, um auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Für Herbst/Winter 2023 steht im Mittelpunkt seiner Kollektion die Ermordung von George Floyd und die Black Live Matters Bewegung.

“Dennis Who” nennt sich die Kollektion, die der gebürtige Südafrikaner mit seinem Label während der Berlin Fashion Week und im Rahmen von Berlin Contemporary präsentierte. Neben der reduzierten Farbpalette, die von Olivgrün, Schwarz bis hin zu unterschiedlichen Brauntönen reicht, dominieren lockere, oversize Silhouetten und den Dennis-Chuene-Runway. Boxig geschnittene Mäntel treffen auf breit plissierte Hosen, dekonstruierte Wolle auf teils aufwendig bestickte Bandanaprints. Alle Entwürfe tragen auch diese Saison den für das Label typischen Streetwear-Charakter und sind teils so aufwendig und einzigartig gefertigt, dass sie mehr zeitgenössischer, tragbarer Kunst gleichen.

Im Mittelpunkt von “Dennis Who” stehen Jacken, die auch die Inspiration des Designers verdeutlichen. Die Rückseite vieler zeichnen Bilder von gesichtslosen Männern. Überlagert mit aufwendigen Details, sind diese unkenntlich, sie gehen im Stoff unter – genau wie diejenigen, die ungerechtfertigt durch Polizeigewalt starben und über deren Tod nie öffentlich berichtet wurde. Sie verschwinden ebenso. Zudem thronen auf einigen Entwürfen Monster-Stickereien. Für Dennis Chuene eine Verbildlichung etwa des Knies des Polizisten, der George Floyd tötete.

Es ist eine politisch höchst aufgeladene Kollektion, die Dennis Chuene in den Kant-Garagen präsentiert. Sie zeigt jedoch auch sein handwerkliches Können: Viele Looks sind One-of-a-kind-Entwürfe und alle entstehen aus re- und upcyclete Materialien in seinem Atelier in Berlin.

www.instagram.com/dennis_chuene/

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