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Die Morgenmilch sorgt dafür, dass die Wachsamkeit 3x höher ist

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Die Morgenmilch sorgt dafür, dass die Wachsamkeit 3x höher ist

In meinem Artikel «Weil Babys in den ersten drei Monaten 16 bis 18 Stunden schlafen» bin ich auf das Thema Einschlafbegleitung und auf meine eigenen Erfahrungen eingegangen. Das Thema Stillen ist ebenso ein Punkt, der für viel Gesprächsstoff, Verunsicherung und auf verschiedene Ansichten trifft und deshalb einem als Mami ganz schön beschäftigen kann.

Es heisst, dass Stillen das Natürlichste der Welt ist. Doch diese natürliche Handlung ist nicht immer leicht für frischgebackene Mamis. Dabei spielen viele Faktoren zusammen, wie etwa die Zeit nach der Geburt organisiert ist, die persönliche Ansicht gegenüber dem Stillen, die Aufklärung zum Thema und ebenso mögliche Störenfriede im Umfeld. Was von der Natur gegeben ist, ist dass die Grösse der Brust ob gross oder klein für den Erfolg des Stillens nicht ausschlaggebend ist. Es wird empfohlen, Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ausschliesslich zu stillen und zwar bereits innerhalb einer Stunde nach der Geburt. Das Hormon Oxytocin stoppt nicht nur die Blutung nach Ablösung der Plazenta, sondern fördert auch die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt. Dasselbe Hormon vermindert aber auch die Wahrscheinlichkeit postpartaler Depressionen und kann den Blutdruck sowie das Stresslevel senken. Zudem fördert das Stillen die körperliche Rückbildung bei den meisten Frauen, sodass sie allein durch das Stillen 500 kcal pro Tag verbrennen. Es ist sogar bewiesen, dass das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes Typ II und Osteoporose sowie eine Reihe von Krebsarten, wie Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs durch das Stillen lebenslang sinkt.

Das hört sich alles schnell theoretisch an, wenn man die Erfahrung nicht selbst gemacht hat. Ich war bereits während der Schwangerschaft schon der Überzeugung, dass ich mein Baby zu 100% Stillen kann, ebenso wie ich davon überzeugt war, dass ich mein Baby zu Hause zur Welt bringe. Zum Glück bin ich eine so starke Persönlichkeit, dass mich Erlebnisse nicht so schnell aus der Bahn werfen können, weil gerade der Faktor Stress beim Stillen dafür sorgt, dass die Milchproduktion weniger wird. So rate ich jedem Mami, die ersten zwei Wochen nach der Geburt auf Besuche zu verzichten und die Ruhe alleine mit dem Nachwuchs und dem Ehemann zu geniessen. Obwohl das im ersten Moment schwer sein kann, stösst dieser Wunsch bei der Mehrheit auf Verständnis.

Das Stillen ist längst nicht nur das stillen des Hungers, sondern ist auch für viele andere Bedürfnisse, wie Nähe, Geborgenheit, Wärme, Zärtlichkeit, der Duft von Mama und der weichen, warmen Brust. Das Stillen beansprucht unbestritten am Anfang viel Zeit und Geduld. Die Milchproduktion muss angeregt werden und der kleine Wurm muss den Umgang damit erlernen. Gerade in dieser Zeit wird aus meiner Sicht von vielen Hebammen und Mütterberatungen ein ungemeiner Druck auf Mütter ausgeübt. Was zum Teufelskreis von unentspannten Stillsituationen führt und damit schlussendlich die Milchproduktion vermindert wird und in der Folge zur künstlichen Ernährung bzw. der sogenannten Pre-Nahrung führt.

Ich bekam die Empfehlung von einem sehr weisen Arzt, nur auf mich und meinen Kleinen zu hören – keine Hebamme, keine Mütterberatung, keinem irgendjemandem. Und alles nach Gefühl, so oft wie der kleine Wurm auch trinken mag. Mit Milchpumpen, ob manuell oder elektrisch, kam ich zum Glück nie zurecht. Eine Milchpumpe kann auch zum Irrweg werden. Egal wie gut die Sauger für Babys bei den Flaschen konzipiert sind, sie sind in jedem Fall immer noch leichter und mit weniger Anstrengung zu trinken als direkt ab der Brust. Das hat zur Folge, dass das Baby die Brust nach einigen Flaschen verweigern wird. Wird das Baby ausschliesslich gestillt, verändert sich das Stillverhalten mit der Zeit in der Dauer, Trinkmenge und im Ablauf. Mein kleiner Wurm hat so mit der Zeit begonnen, die Brust zu massieren, klopfen, drücken, wackeln – aber auch seine Position veränderte je nach Laune und Bequemlichkeit.

Ein besonderer Vorteil vom direkten Stillen, der vielen Müttern unbekannt ist, ist, dass der Körper je nach Tageszeit unterschiedliche Muttermilch produziert. Experten von der University of California (USA) sind dabei auf unterschiedliche Biomoleküle gestossen. Die Morgenmilch sorgt dafür, dass die Wachsamkeit 3x so hoch wie die Abendmilch gefördert wird und Mineralien wie Magnesium, Zink, Kalium und Natrium sind morgens ebenfalls am meisten enthalten. Die Tagesmilch hat dagegen mehr aktivitätsfördernde Aminosäuren und Eisen inne.

Stillen kann man ohne Probleme bis zu zwölf Monate, ab 6 Monate beginnt das Baby bereits mit der Neugierde auf andere Nahrung. Dann kann das Abendteuer BLW Baby-led Weaning – wenn Babys keinen Brei, sondern feste Nahrung essen – starten.

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Ramona Bonbizin ist die Gründerin des Magazines Fashionpaper.

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