Fashion
Bewusst overdressed: Warum Hockerty auf der Pitti Uomo 109 ein neues Stilstatement setzt
Florenz im Januar. Die Luft kühl, die Gassen voller Bewegung, die Fortezza da Basso ein Schmelztiegel aus Tradition, Trendbewusstsein und internationalem Stilwillen. Inmitten der Pitti Uomo 109 positioniert sich Hockerty mit einer klaren, fast stillen Botschaft – und gerade deshalb mit umso grösserer Wirkung: Bewusst overdressed zu sein ist kein Übermass. Es ist Haltung.
Während viele die Pitti als flüchtiges Tagesereignis begreifen, denkt Hockerty weiter. Denn wahre Schneiderkunst kennt keine Uhrzeit. Sie endet nicht mit dem letzten Termin, nicht mit dem Verlassen des Messegeländes. Sie trägt durch den Tag – und in den Abend hinein. Genau diese Idee bildet den Kern der aktuellen Inszenierung: eine Garderobe, die Präsenz nicht erklärt, sondern lebt.
Day Looks: Präzision für lange Tage
Entstanden direkt an der Fortezza da Basso, zeigen die Day Looks von Hockerty eine souveräne Zurückhaltung, die gerade deshalb auffällt. Klare Linien, ausgewogene Proportionen und hochwertige Materialien definieren eine Ästhetik, die nicht laut sein muss, um gesehen zu werden. Bewegungsfreiheit trifft auf Struktur, Funktionalität auf formelle Klarheit.
Ein grauer Wollmantel über einem grauen dreiteiligen Anzug wirkt wie eine bewusste Reduktion auf das Wesentliche – monochrom, präzise, selbstsicher. Der graue Tweed-Dreiteiler im Fischgratmuster hingegen bringt Textur ins Spiel und verbindet klassische Schneiderkunst mit moderner Leichtigkeit, getragen mit Mokassins, die entspannte Eleganz signalisieren.
Karierte Anzüge in warmen Brauntönen, doppelreihige Schnitte in hellgrauer Loro-Piana-Wolle oder ein waldgrüner Zweireiher mit hellblauem Hemd: Jeder Look erzählt von Persönlichkeit, ohne sich aufzudrängen. Es ist eine stille Form von Luxus – getragen, nicht inszeniert.
Vom Tag zur Nacht: Stil ohne Bruch
Mit Einbruch der Dunkelheit verlagert sich das Geschehen. Am 14. Januar lud Hockerty ausgewählte Medienvertreter und Kreative zu einem privaten Abend im Moyo, im Herzen von Florenz. Doch der Übergang vom Tag zur Nacht vollzieht sich nicht über einen Stilbruch, sondern über eine Verdichtung der Haltung.
Die Silhouetten bleiben. Die Sprache bleibt. Was sich ändert, ist die Intensität. Samtige Smokingblazer in Bordeaux, klassische Navy-Smokinglooks mit Fliege oder tiefblaue Abendensembles zeigen: Overdressed zu sein ist hier kein Effekt, kein modischer Trick. Es ist eine bewusste Entscheidung – für Präsenz, für Klarheit, für Selbstverständnis.
Eine Marke mit Mission
Hockerty wurde 2008 gegründet mit einer Idee, die heute aktueller ist denn je: Massschneiderei neu zu denken und zugänglich zu machen. Persönlicher Stil sollte kein Privileg sein, sondern eine Möglichkeit für alle. Was im privaten Umfeld begann, ist heute eine international tätige E-Commerce-Plattform für massgeschneiderte Herrenbekleidung – mit Teams in Zürich, Barcelona und Shanghai.
Die Marke verbindet handwerkliche Qualität mit technologischer Innovation und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Weniger kaufen, besser wählen, langlebige Qualität schätzen – Hockerty versteht Mode nicht als Konsumgut, sondern als Ausdruck von Persönlichkeit und Haltung.
Auf der Pitti Uomo 109 zeigt Hockerty keine laute Revolution, sondern eine leise, überzeugende Konsequenz. Eine Garderobe für Männer, die wissen, wer sie sind – und das nicht erklären müssen. Bewusst overdressed zu sein bedeutet hier nicht, zu viel zu wollen. Sondern genau das Richtige.
Brian Klimek, Gianluca Ala, Thierry Mouele, Jonathan Blasco, Claudio Bergamini













