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FASHIONPAPER – das Magazin für Fashion, Beauty und Lifestyle

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Vom Autoputzer des Fürsten zu den Klippen Mallorcas

Photo: zVg Daniel Fröhlich

Musik

Vom Autoputzer des Fürsten zu den Klippen Mallorcas

Die Sonne steht tief über den Klippen von Palma, als Martin Kofler die Arme ausbreitet und in den Wind blickt. Unter ihm schlägt das Meer gegen die Felsen, über ihm kreist eine Drohne durch die warme Abendluft. Es ist einer dieser Momente, die aussehen wie das Ende eines Films — oder wie der Anfang von etwas Grösserem.

Vor wenigen Jahren hätte wohl niemand erwartet, dass ausgerechnet ein Mann aus einer kleinen VW- und Audi-Garage in Liechtenstein einmal hier stehen würde.

Damals polierte Kofler Fahrzeuge. Nicht irgendwelche Fahrzeuge. Sondern jene des Fürstenhauses.
Heute nennen sie ihn „Der Kofler“.

Ein Künstler zwischen steirischer Harmonika, Popschlager, Clubsound und cineastischen Musikvideos. Einer, der lieber aneckt als verschwindet. Einer, der Perfektion nicht spielt, sondern lebt.

Vielleicht beginnt genau dort die eigentliche Geschichte dieses neuen Videos zu „Da fing der Sommer noch einmal an“.

Denn Palma ist in diesem Clip weit mehr als nur Kulisse. Die Insel wird zum Gegenpol seiner Herkunft. Dort die Ruhe der Berge, die Disziplin, das Bodenständige. Hier das flirrende Licht Mallorcas, die Weite des Meeres, die Sehnsucht nach Freiheit.

„Mallorca ist Lebensfreude pur“, sagt Kofler. „Sonne, Strand, türkisblaues Meer – genau dieses Gefühl wollte ich in einen Song packen.“

Was bei vielen Künstlern schnell nach kalkulierter Sommerromantik klingt, wirkt bei ihm überraschend ehrlich. Vielleicht weil Kofler nie gelernt hat, Dinge halb zu machen.

Wer früher Fahrzeuge des Fürstenhauses auf Hochglanz brachte, entwickelt zwangsläufig einen Blick für Details. Für Präzision. Für Wirkung. Genau dieser Perfektionismus zieht sich heute durch seine Musikvideos, seine Outfits, seine Bühnenpräsenz und seine Produktionen.

„Bei mir muss alles passen“, sagt er. „Sauber sein, gut riechen, sitzen.“
Dieser Satz erzählt vermutlich mehr über ihn als jede Pressebiografie.

Kofler ist keiner dieser glatt aufgebauten Popcharaktere, die von Labels erschaffen werden. Seine Karriere wirkt eher wie eine Reihe von Entscheidungen gegen Sicherheit. Gegen Durchschnitt. Gegen das Erwartbare.

Aus „Martin Kofler“ wurde „Der Kofler“, weil Veranstalter irgendwann nur noch sagten: „Der Kofler kommt.“
Aus der steirischen Harmonika wurde eine Marke.
Aus dem Kärntner Jungen aus Stockenboi ein Künstler, der heute mit RTL-erfahrenen Filmteams auf Mallorca dreht.

Der Kontakt zum mallorquinischen Filmer Daniel Fröhlich entstand beinahe zufällig über den Berliner Musiker Oliver Thomas. Wenige Telefonate später standen sie gemeinsam zwischen Klippen, Hafenpromenaden und versteckten Buchten.

„Daniel wusste sofort, dass ich genau weiss, was ich will“, erzählt Kofler.
Und genau dieses Wissen spürt man im Clip.

Die Bilder wirken gross, aber nie künstlich. Drohnen fliegen über steile Küsten. Sonnenlicht bricht über dem Meer. Palmen bewegen sich im Wind wie in einem Kinofilm. Dazwischen steht immer wieder dieser Mann aus den Bergen, der aussieht, als würde er gerade versuchen, einen Moment festzuhalten, bevor er verschwindet.

Besonders emotional wird Kofler, wenn das Gespräch auf künstliche Intelligenz in der Musikbranche kommt.

„Ich würde das niemals durch KI ersetzen“, sagt er. „Musik und Videos müssen fühlbar sein. Echt. Sonst verlieren wir alles.“

Es ist einer der seltenen Momente, in denen der sonst kontrollierte Perfektionist plötzlich seine Ruhe verliert. Vielleicht weil man spürt, dass es ihm nie nur um Reichweite ging.

Sondern um Werte.
Um echte Emotion.

Um diesen kurzen Augenblick an den Klippen von Palma, wenn Sonne, Wind, Musik und Erinnerung gleichzeitig auftauchen und man plötzlich versteht, warum manche Menschen nie aufhören, ihren Traum weiterzutreiben.

Vielleicht ist „Da fing der Sommer noch einmal an“ deshalb gar kein klassischer Sommer-Song.
Vielleicht ist es eher die Geschichte eines Mannes, der gelernt hat, dass Sehnsucht manchmal stärker ist als Vernunft.
Und dass der Weg von einer Garage in Liechtenstein bis an die Küsten Mallorcas manchmal viel kürzer ist, als man denkt.

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