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FASHIONPAPER – das Magazin für Fashion, Beauty und Lifestyle

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Ein Grosser macht sich klein, der Cayenne Turbo E-Hybrid Coupé im Alltag

Photo: zVg Porsche, David Künzler

Automobil

Ein Grosser macht sich klein, der Cayenne Turbo E-Hybrid Coupé im Alltag

Er ist der Alleskönner im Portfolio von Porsche. Ein SUV mit sportlichen Genen, Luxus-Anspruch und einer Strassenpräsenz, die unübersehbar ist: der Cayenne Turbo E-Hybrid Coupé, ausgestattet mit GT-Paket. Normalerweise sieht man ihn auf Autobahnen oder vor Golfclubs – seltener dort, wo das urbane Leben eng wird. Doch was passiert, wenn man mit dem mächtigen Cayenne dorthin geht, wo man sich sonst eher nach einem kompakten Stadtauto sehnt?

Diese Frage haben wir uns gestellt – und den Porsche aus seiner Komfortzone geholt. Keine spektakuläre Alpenetappe, keine Rennstrecke. Stattdessen: Alltag im Wallis. Zugverladung, Innenstadt, Parkhaus, Dorfstrasse. Situationen, die keine Leistungswerte beeindrucken, sondern Übersicht, Geduld und Wendigkeit fordern.

Zwischen Schiene und Betonpollern
Die Reise beginnt auf dem Autozug zwischen Kandersteg und Goppenstein. Klingt nach entspannter Passage durch den Lötschberg – wäre da nicht die Einfahrt auf den schmalen Eisenbahnwaggon. Wer ein Auto von der Grösse eines Cayenne lenkt, weiss: Solche Situationen können zur Millimeterarbeit werden. Besonders, wenn die 22-Zoll-Felgen neu sind und irgendwo ein Poller im toten Winkel lauert.

Doch der grosse Porsche kontert souverän. Die Rundumsicht aus den serienmässigen Kamerasystemen ist nicht nur gut, sie ist verblüffend intuitiv. Mit einem Fingerwisch lässt sich die Umgebung virtuell abtasten – eine Art Google Street View für die unmittelbare Fahrzeugnähe. Wo andere Fahrer mit angehaltenem Atem und eingeklappten Spiegeln hoffen, liefert der Porsche: Gewissheit.

Auf leisen Sohlen durch Sion
In der Altstadt von Sion ändert sich das Szenario: Begegnungszonen, Passanten, enge Gassen. Keine Umgebung, in der man einen SUV freiwillig spazieren fährt. Und doch ist der Cayenne hier überraschend unaufdringlich – zumindest akustisch. Der elektrische Fahrmodus verwandelt den Porsche in einen stillen Begleiter, der sich beinahe schleichend durch das historische Zentrum bewegt.

Dass der Wagen dabei auch noch wendig wirkt, liegt an der Hinterachslenkung. Sie reduziert den Wendekreis, versetzt das Gefühl von einem XXL-SUV in Richtung Mittelklassewagen. Eine technische Lösung, die fast unsichtbar bleibt, aber im Alltag Gold wert ist. Vor allem dann, wenn zwischen gotischer Hauswand und parkendem Lieferwagen kaum mehr als eine Lücke zum Durchschlüpfen bleibt.

Parkhäuser als Prüfstein
Ein Highlight – oder vielleicht ein Tiefpunkt – wartet im Parkhaus „La Plante“. Schon die Google-Bewertungen sprechen eine deutliche Sprache: zu eng, zu verwinkelt, eine „Hölle zum Parken“, wie es ein Nutzer ausdrückt. Wer sich hier freiwillig mit einem grossen SUV hineintastet, braucht entweder Mut – oder moderne Assistenzsysteme.

Der Cayenne hat Letztere – und zwar reichlich. Kameras, Sensoren, automatische Einparkhilfen. Doch besonders beeindruckt das sogenannte Remote Parking: Aussteigen, Smartphone zücken, Parkvorgang starten. Der Porsche übernimmt die Arbeit und manövriert sich selbstständig in die Parklücke. Eine futuristische Funktion – aber kein reiner Showeffekt. Gerade bei engen Parkbuchten und vollen Garagen bedeutet sie vor allem eines: Würde beim Aussteigen.

Fahrfreude auf schmaler Landstrasse
Oberhalb von Sion wird es wieder kurvig – diesmal auf kleinen Landstrassen, die sich zwischen Rebhängen und Bergdörfern winden. Auch hier wirkt der Cayenne nicht wie ein Fremdkörper. Lenkung und Fahrverhalten machen vergessen, dass man in einem Fahrzeug von fast fünf Metern Länge sitzt. Natürlich: Man spürt die Masse, die Verantwortung, die das Lenkrad mit sich bringt. Aber man spürt auch, dass sich der Cayenne nicht wie ein SUV fährt – sondern wie ein Porsche.

Zwischen Alltag und Anspruch
Der Tag endet in Crans-Montana – mit Blick auf das Tal, einem Glas Fendant in der Hand und einer Frage im Kopf: Wie viel Alltag kann ein so grosser, so leistungsstarker, so teurer SUV eigentlich verkraften?

Die Antwort überrascht. Der Cayenne hat sich nicht nur durch enge Parkhäuser und historische Stadtkerne manövriert – er hat sich dort auch wohlgefühlt. Oder besser gesagt: Er hat uns das Gefühl gegeben, wir könnten uns dort mit ihm wohlfühlen.

Ehrlich gesagt:
Der grosse Porsche braucht viel Technik, um im Alltag klein zu wirken. Ohne seine Sensoren, Kameras und Lenktricks wäre manches Manöver mühsam, vielleicht gar unmöglich. Die Fahrphysik lässt sich nicht aushebeln – aber sie lässt sich intelligent kaschieren. Das ist beeindruckend – und ein wenig beängstigend. Denn es stellt sich die Frage: Brauchen wir wirklich so viel Auto für diese Situationen? Oder reicht nicht doch der kompakte Roadster, der anfangs nur als Kontrastbild herhalten musste?

Doch dann, beim letzten Blick auf die Karosserie im schwindenden Licht, denkt man sich: Es geht nicht immer nur um Vernunft. Manchmal geht es um Möglichkeiten. Und davon bietet der Cayenne jede Menge – auch dann, wenn die Strassen enger werden.

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