Legenden treffen aufeinander: Porsche 911 GT3 RS

Als der neue 911 GT3 RS auf die hellerleuchtete Bühne des Genfer Automobil Salons rollt, seine Kurven von einem schweren schwarzen Tuch umhüllt, gibt es einen kurzen Moment der Stille vor seiner Enthüllung, die von den lauten Beats eines sorgsam ausgewählten Soundtracks begleitetet wird. Im Scheinwerferlicht mehrerer Millionen LEDs saugen Damen und Herren im Anzug die Details auf, während Kameras um Nahaufnahmen wetteifern. Innerhalb von Minuten jagen der vipergrüne Porsche und all seine wesentlichen Statistiken durch Social Feeds, Blogs und Websites. Ein neuer Star im GT-Portfolio.

Einige Wochen später: Nun ist die jüngste Enthüllung aus Weissach im Begriff, ihren richtigen Auftritt zu feiern. Dieses Mal in einem Rahmen, der einem 520 PS starken Sportwagen (911 GT3 RS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 12,8 l/100 km; CO2-Emissionen 291 g/km) mit einer Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h etwas mehr gebührt. Die Isle of Man: ein kurioser Besitz der britischen Krone mitten im Irischen Meer, welcher Küstenorte und weit schweifende Bergstrassen beheimatet – und das wohl berühmteste Motorradrennen der Welt.

Nur 572 km² umfassend, ist die Isle of Man seit 1907 Austragungsort der weltberühmten Tourist Trophy (TT). Diese zieht jedes Jahr rund 45.000 Zuschauer an, die eines der härtesten Rennen im globalen Rennsportkalender verfolgen wollen. Auf der 60,73 km langen Strecke treffen Mensch und Motorrad auf einige der anspruchsvollsten Strassen der Welt, die Nerven aus Stahl und eine fast unvorstellbare Menge an Vertrauen in die Räder unter jedem Fahrer voraussetzen.

Kein Wunder also, dass Porsche diese magische Insel für das dynamische Debüt der neuesten Version des 911 GT3 RS auserkoren hat. Die Eigenschaften der Motorräder auf den eher weniger perfekten Strassen und das Vertrauen, das sie in ihren Fahrern hervorrufen, sind Qualitäten, die nur mit dem GT3 RS geteilt werden. Entworfen, um dem Fahrer konstantes, detailliertes Feedback zu geben, blüht dieser Porsche auf der historischen TT-Strecke auf.

Eine atemberaubende Reihe von historischen Rennsportwagen
Es ist ein Auto, das ohne Kompromisse konstruiert wurde; es bietet Grazie und Balance auf unebenem Untergrund mit unterschiedlichen Reibwerten sowie die enorme Performance, um mit Streckenabschnitten, die höhere Geschwindigkeiten zulassen, spielend leicht fertig zu werden. Der GT3 RS ist eine fokussierte Maschine, die den TT-Motorrädern so nahekommt wie kein anderes Strassenauto.

Mit dem bahnbrechenden 2.7 RS begann alles
Keines der Autos ist in Watte gepackt oder nicht fahrbereit. Trotz der oftmals grauenvollen Wetterbedingungen, die typisch sind für eine Insel auf halber Strecke zwischen Irland und den Bergen des britischen Festlands, macht sich der unbezahlbare Konvoi auf in Richtung TT-Strecke. Auch wenn die Strassen und Hecken heute nicht von Schaulustigen bevölkert sind, bleiben die Einheimischen stehen, werfen bewundernde Blicke auf den Konvoi und recken die Daumen in die Höhe.

Die Strassen werden enger und kurvenreicher
Und so bahnen sich die Fahrer ihren Weg über berühmte Wahrzeichen wie die Ballaugh Bridge oder den Parliament Square in Ramsay, wobei die Präzision des GT3 RS den Fahrern umso deutlicher wird, je enger und kurvenreicher die Strassen sind.

Auf der Bergstrecke gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr und die Nähe der Grünstreifen erfordert Konzentration, Selbstvertrauen und Respekt. Dies ist keine Strecke, die Fehleinschätzungen leicht verzeiht. Aber der GT3 RS ist in seinem Element mit der Art von Durchzug im mittleren Drehzahlbereich und dem hohen Grip, womit die RS-Modelle berühmt geworden sind.

Der GT3 RS ist in seinem Element
Erfahrung ist auf diesen Strassen unerlässlich, weshalb Mark Higgins und Steve Plater vor Ort sind. Der dreifache britische Rallye-Champion Higgins wurde auf der Isle of Man geboren und stellte 2016 einen neuen TT-Rundenrekord auf vier Rädern auf, mit dem er bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 207,171 km/h seine eigene vorherige Bestmarke nochmals unterbot.

Plater fährt für dieses Event ein Ducati Panigale V4 S Sportsbike. Er hat zwei TT-Rennen in seiner Karriere gewonnen, darunter das Blue Riband Senior Event. Seine Zeit zwischen Ramsey Hairpin und dem Bungalow ist auch fast ein Jahrzehnt, nachdem er sie aufgestellt hat, noch immer der Rekord für diesen Streckenabschnitt.

Der GT3 RS liefert
Die Männer wissen, was es benötigt, um beim TT schnell zu sein, und sie wissen auch, wie wichtig die richtige Maschine ist. Der GT3 RS liefert. In höchstem Masse.

„Die Isle of Man ist ein Motorsport-Mekka”, sagt Higgins. „Ich glaube, viele Leute unterschätzen, wie besonders die Strassen hier sind. Sie sind hügelig, kurvig, fliessend und sehr schnell. Es sind die anspruchsvollsten Strassen, die ich je in meinem Leben gefahren bin.“ Beim GT3 RS lobt Higgins die Balance und das Lenkgefühl. „Es gibt dem Fahrer viel Input und Feedback, aber das, was mich für einen Zweiradantrieb absolut umhaut, ist seine Traktion. Es ist ein echtes Vergnügen, das Auto zu fahren.“

Higgins: „Die Isle of Man ist ein Motorsport-Mekka”
Kein Wunder – daran haben Andreas Preuninger, Leiter GT-Strassenfahrzeuge bei Porsche, und sein Team hart gearbeitet. Zu den Highlights gehören eine schnellere PDK-Schaltung, Änderungen an der Hinterachslenkung, neue Federraten vorne und hinten und acht Prozent mehr aerodynamischer Abtrieb. „Die Strassen hier sind nicht gerade eine Rennstrecke – sie sind sehr holprig und eher wie eine britische B-Strasse – aber das Auto kommt sehr gut zurecht“, sagte Preuninger. „Es ist sehr präzise, hat eine hohe Traktion und es ist eine Freude, es auf diesen Strassen zu fahren.“

Der Teufel steckt im Detail
Für Preuninger und sein Team steckt der Teufel im Detail. Im neuen GT3 RS gibt es mehr Kugelgelenke in der Federung als im vorherigen Modell. In der Tat hat nur ein Lenker (für die Hinterachslenkung) kein Kugelgelenk, weil es ohne besser funktioniert. Es gibt auch neue geschmiedete Aluminium-Räder, die 100 Gramm leichter sind als zuvor. Und in Kombination mit zusätzlichen 20 PS Leistung und 10 Newtonmeter mehr Drehmoment gegenüber dem 991.1 GT3 RS fühlt sich dieser 991.2 an wie ein bisher unvorstellbarer Schritt von der letzten Generation.

Für Preuninger bedeutete die Reaktion der Menge im Scheinwerferlicht des Genfer Automobil Salons schon eine gewisse Erfüllung. Aber am Blick der Fahrer, die von der Fahrt im GT3 RS auf den schnellen, schmierigen und herausfordernden Strassen der TT-Strecke zurückkehren, weiss der Ingenieur, dass er eine Legende geschaffen hat.

© Justin Leighton / Porsche

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