Visionäre Teppichkunst von Jan Kath

Ohne Berührungsängste kombiniert Jan Kath klassische Elemente des Orientteppichs mit modernem Design und eröffnet eine völlig neue Sicht auf den Teppich. Jan Kath bricht gezielt mit Sehgewohnheiten und wirft strenge Gestaltungsregeln über Bord. Eine ganze Generation, die einst Grossmutters Perser zusammenrollte und aus den Wohnzimmern verbannte, bringt er so «zurück auf den Teppich». «In klinisch durchgestylten Wohnungen, mit hochglanzpolierten Betonböden, fühlt sich niemand wirklich wohl», erklärt Kath. «Unsere Teppiche sind ein organisches i-Tüpfelchen, Wohlfühlinseln, die im coolen Interieur heilsam wirken, ohne den Style zu zerstören.» Jan Kath ist mit seiner Interpretation des modernen Teppichs absolut stilprägend. Er zählt heute zu den international bedeutendsten Teppichdesignern. Seine Entwürfe sind vielfach preisgekrönt, und die Werke werden immer wieder im musealen Kontext von Kunst und Design gezeigt.

Jan Kath der Autodidakt
Die Matrix für seine innovativen Entwürfe bildet eine tiefe, emotional verwurzelte Beziehung zum Teppich: er stammt in dritter Generation aus einer Teppichhändler-Familie. Schon als kleiner Junge besuchte er mit seinem Vater Manufakturen im Iran und in Nepal. Diese Erfahrungen schärften sein Auge und weckten das Grundverständnis für Farbkombinationen und Proportionen. Dennoch wollte Jan Kath nie in die Fussstapfen der Eltern treten. Um seinen eigenen Weg zu finden, reiste er im Alter von 20 Jahren durch Asien und den Orient und landete während seines Roadtrips mehr oder weniger zufällig in Nepal. Dort baten ihn Freunde der Familie, als Qualitätskontrolleur in ihrer Teppichproduktion einzuspringen. Später übernahm Jan Kath die Fertigung, begann eigene Designs zu produzieren.

Qualität und Herstellung
Einzigartige Naturmaterialien in der Kombination mit manueller Herstellungstechnik verleihen jedem Teppich einen eigenen Charakter und machen ihn so zu einem Unikat. Für die Färbung werden ausschliesslich ökologisch getestete, reine Natur- oder Spezialfarben aus der Schweiz verwendet. Für reizvolle Lichtreflexe und ein ganz besonderes haptisches Erlebnis sorgen neben der Wolle auch feinste chinesische Seide und Garn aus Brennnesselfasern.

Die Teppiche können in Grösse, Format und Materialien nach individuellen Wünschen zusammengestellt werden. Sogar die Kollektionen lassen sich in einer Art Baukastensystem miteinander verknüpfen. Die Garne aus Wolle, Seide und Brennnessel stehen in mehr als 1200 Farben zur Auswahl.

Handgeknüpft
Während die Entwürfe am Computer im Kreativzentrum in Bochum im Ruhrgebiet entstehen und den Manufakturen in Nepal, Thailand, Indien oder Marokko online übermittelt werden, setzt Jan Kath bei der Fertigung seiner modernen Designs auf alte Produktionsmethoden. In den oft noch familiengeführten Werkstätten im Himalaja, in Agra, der alten Mogul-Hauptstadt Indiens, oder im Atlasgebirge Marokkos wird nach jahrhundertealten Traditionen von Hand geknüpft.

Mehr als 2500 Knüpferinnen und Knüpfer arbeiten weltweit für Jan Kath. Zwischen 100 und 450 Knoten kommen auf 6,45 Quadratzentimeter. Das Knüpfen eines 2,5 × 3 Meter grossen Teppichs dauert drei bis vier Monate. Grundmaterial für die in Asien gefertigten Kollektionen ist die tibetische Hochlandwolle, eine der hochwertigsten und robustesten Qualitäten überhaupt. Hirten bringen die Wolle mit Yaks von den Bergen in die Basisstation, wo sie im Fluss gewaschen und anschliessend kardiert (gekämmt) und von Hand versponnen wird.

Faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen sind für Jan Kath selbstverständlich. Gemeinsam mit dem Label STEP verpflichtet er sich, in seinen Teppichmanufakturen strenge soziale und ökologische Standards einzuhalten.

Jan Kath und Pfister
Jan Kath und Pfister verbindet eine langjährige und freundschaftliche Zusammenarbeit. Als vor fast 20 Jahren die Teppicheinkäufer den jungen innovativen Teppichdesigner kennenlernen, ist das Unternehmen noch klein; es hat allerdings bereits Teppiche mit eigener Handschrift auf den Markt gebracht. Schon damals konnten Kunden Teppiche in einer Art Baukastensystem individuell in Auftrag geben und damit Farbe, Grösse, Knotendichte und Material individuell bestimmen. Pfister war das erste Unternehmen, das Jan Kath ermutigte, dieses Sonderbestellprogramm auszubauen. Inzwischen ist Jan Kath zu einer globalen Teppichmarke avanciert. In der Schweiz sind die Designerteppiche exklusiv bei Pfister erhältlich.

Sonderausstellung Concept Space
Während der Sonderausstellung Concept Space vom 15. September bis 10. Dezember 2018 bei Pfister in Dübendorf können Teppichfans in die einzigartige Teppichkunst von Jan Kath eintauchen. Drei weitere Mitaussteller gewähren interessante Einblicke in ihr Handwerk.

Bilder © Lars Langemeier; Dimo Feldmann

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