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Regula Esposito alias Helga Schneider verbrachte als Kind viel Zeit im Theater

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Regula Esposito alias Helga Schneider verbrachte als Kind viel Zeit im Theater

Photo: zVg fotosolar

Regula Esposito alias Helga Schneider verbrachte als Kind viel Zeit im Theater

Regula Esposito oder fast vielen besser bekannt, ihre Kunstfigur: Helga Schneider, verblüfft seit 30 Jahren das Publikum mit ihren Bühnenprogrammen. Neben ihrem Soloprogramm tritt Helga Schneider in verschiedenen Sendungen am Schweizer Radio und Fernsehen auf, gastiert in Comedy-Mix-Shows, moderiert Veranstaltungen und gestaltet Galaauftritte. Im Interview erzählt sie rückblickend, dass sie neben dem Theater am Neumarkt aufwuchs und so schon als Kind viel Zeit in diesem Theater verbrachte.

Wie muss man sich deinen Alltag vorstellen?
Regula Esposito: Pandemie-bedingt gerade sehr langweilig und total entschleunigt! Aber grundsätzlich definitiv kein «9-to-5-Job». Es gibt einen klaren Zeitrahmen. 10 Uhr startet der Tag im Büro und 2 Uhr nachts ist Lichterlöschen. Dazwischen arbeite ich sehr viel. Ein Auftritt bedeutet einen 15-Stunden-Arbeitstag. Darum gibt es zwischendurch auch mal einen freien Tag. Allerdings beschränkt sich da meine Freizeit meistens auf Haushalt und Büroarbeit, Recherche, Vorbereitungen, Proben oder Texte schreiben.

Was fasziniert dich an deinem Schaffen?
Regula Esposito: Ich habe das Privileg, mit meinen eigenen Ideen, eigenen Texten und meinen eigenen Kreationen Geld zu verdienen. Ich übe einen Beruf aus, der mir zu 100% Spass macht. Das darf nicht jeder Mensch auf diesem Planeten!

Welcher Moment hat deine heutige Karriere definiert?
Regula Esposito: Ich wollte schon als kleines Mädchen Künstlerin werden. Es war von Anfang an in mir. Dass ich dann irgendwann über 30 Jahre als Helga Schneider mit einer schrägen Perücke mein Publikum zum Lachen bringe, konnte ich mir natürlich in den kühnsten Träumen nicht vorstellen. Ich wuchs in der Zürcher Altstadt neben dem Theater am Neumarkt auf und verbrachte schon als Kind viel Zeit in diesem Theater. Damals wollte ich Bühnenbildnerin werden. Und natürlich Tänzerin bei «Teleboy». Als Jugendliche spielte ich in diversen Bands. Musik war das Fundament für die spätere Bühnenkarriere!

Gibt es eine Lebensweisheit, welche auf deinen Erfolg zutrifft?
Regula Esposito: Mit Weisheit kommt man in meinem Beruf nicht weit. Wer einen solchen Beruf wählt, braucht als Allererstes die Leidenschaft für die Bühne, Kreativität, Disziplin, Glück und Durchhaltevermögen.

Worauf bist du besonders stolz?
Regula Esposito: Dass ich seit 30 Jahren von meinem Beruf leben kann. Dass ich nach wie vor alles selber schreibe und produziere. Dass ich es immer noch schaffe, einen ganzen Saal während zwei Stunden zum Lachen zu bringen.

Welches war dein Magic Moment als Schweizer Komikerin?
Regula Esposito: Eigentlich ist jeder Auftritt ein Magic Moment. Wenn der Funke zwischen mir und dem Publikum überspringt und das Feuer anfacht. Jeder Auftritt ist ein einmaliges Feuerwerk. Obwohl jede Show mehr oder weniger die gleiche ist, fühlt sich jeder Auftritt anders an. Jedes Gastspiel hat seine eigene Chemie. Jedes Publikum eine andere Energie. Man darf sich nie auf den Lorbeeren ausruhen. Jeder Auftritt ist eine neue Herausforderung, bei der man alles gibt. Und das Publikum belohnt dich mit seiner Freude. Ich empfinde es als einen gemeinsamen magischen Moment.

Welche Menschen inspirieren dich?
Regula Esposito: Klar, es gibt grosse Stars, Bands und Künstler, die einem im Leben den Horizont erweitert haben. Aber ich orientiere mich nicht an unerreichbaren Grössen oder Idolen. Die Vielfalt macht es aus. Inspiration entsteht da, wo Emotionen ausgelöst werden. Egal in welcher Kunstform. Mich prägen auch Menschen und Situationen aus dem Alltag. Ich bin eine aufmerksame Beobachterin. Gute Komik ist, wenn man es schafft, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Eine kleine Geschichte gross zu erzählen. Bei den Zuschauern Emotionen auszulösen, sodass sie sich selber wiedererkennen und über sich selber lachen können.

Wie nimmst du eine Auszeit?
Regula Esposito: Zur Zeit erledigt das der Lockdown. 6 Monate Zwangsferien. Das nenne ich eine lange Auszeit. Durch dass es «unbezahlte Ferien» sind und ich somit auch kein Geld ausgeben kann, sogar eine asketische Auszeit. Genau in solchen Pausen entsteht wieder Neues. Die Leere zeigt, wo der Schuh drückt oder was einen wirklich beschäftigt. Im normalen Alltag plane ich immer einzelne Regenerier-Wochen ein. Da mache ich dann gerne einfach gar nichts!

Was bringt dich auf die Palme?
Regula Esposito: Langweiler, Blindheit, Menschen ohne eigene Meinung, gewalttätige Menschen, Egoisten, Nörgeler, Parteien aus dem rechten Flügel, Redaktionen die Kulturressorts abschaffen, eine Mücke im Schlafzimmer, Macker und Tussies, Narzissten, Smombies, Klimawandelignoranten, SUV-Fahrer in der Stadt, Plastikverpackungen in Supermärkten, Religionsfanatiker, Klopapierhamsterer, Raumdüfte in Kleiderläden, Leute die zu spät kommen, gutes Essen das schlecht zubereitet wird, Redbull trinkende Menschen in der S-Bahn, die ganze Flüchtlingssituation, Menschen die immer jammern, aber selber nie aktiv etwas dagegen tun, Brösmeli im Bett, IT-Probleme, kein Kaffee am Morgen. Und: Kokosnüsse! Ok, Bananen würden mich auch auf die Palme bringen. Aber in der Migros sind die Stämme schon von den Früchten abgeschnitten.

Über was kannst du lachen?
Regula Esposito: Über alles, was ich lustig finde. Ich lache viel und gerne! Schwarzer Humor, dreckige Witze im richtigen Moment, Galgenhumor, Alltagssituationen, über mich, Slapsticks, andere Künstler, gute Filme, Kunst, absurde Szenen … Mein Partner bringt mich jeden Tag zum Lachen. Ich könnte nie mit einem humorlosen Mann zusammenleben.

Was ist das Mutigste, das du je gemacht hast?
Regula Esposito: Ich bin Komikerin geworden! Wenn das mal nicht mutig ist? Ein Leben ohne finanzielle Rückendeckung, Polsterknautschzone, Disziplin und Verantwortung gegenüber dem Publikum. Alleine auf eine Bühne zu stehen und 100 oder 1000 Menschen erwarten von dir eine Meisterleistung. Das ist mutig. Aber Hand aufs Herz! Ich mach mir immer noch vor jedem Auftritt fast in die Hosen! Das Lampenfieber wird auch nach 30 Jahren nicht weniger.

Welche Musikrichtung hörst du gerne?
Regula Esposito: Ich bin sehr vielseitig. Aber auf guten Rock, Chanson, Blues, Soul, Swing und Jazz könnte ich nie verzichten. Hudigäääägeler, Techno und Marschmusik kommt mir nicht ins Haus!

Was bedeutet Luxus für dich und welchen Luxus gönnst du dir?
Regula Esposito: Mein Leben ist Luxus pur! Das hat allerdings mit Freiheit und definitiv nicht mit Geld zu tun. Das meiste Geld gebe ich aus für gutes Essen. Ich lebe auf kleinem Fuss. Das kann ich auch durch eine günstige aber wunderschöne Wohnung mitten in Zürich. Luxus ist, gesund zu sein. Und wenn man in der Schweiz geboren ist und einen anständigen Beruf lernen durfte. Ich habe eine tolle Familie und ich musste nie einen Krieg, Unterdrückung, Gewalt oder Armut erleben.

Welche Tipps gibst du anderen, die mit dem Gedanken spielen, eine Karriere als Komikerin einzuschlagen?
Regula Esposito: Es muss aus Leidenschaft entstehen! Man kann das nicht planen, man muss es einfach tun. Ausprobieren, wachsen und sich immer selber treu bleiben. Den Mut zum Scheitern haben. Man muss auch Risikobereitschaft mitbringen. Jeder Auftritt ist ein neuer Sprung ins kalte Wasser! Das Publikum liest nicht nur deine inhaltliche Leistung. Es spürt auch deine Leidenschaft und deinen Spass an der eigenen Sache. Menschen, die absolut humorlos sind, sollten allerdings eher einen soliden Beruf auf einem Amt in Betracht ziehen.

Was sind deine Zukunftspläne?
Regula Esposito: Im Moment heisst es: Stay at home. Danach geht’s genau gleich weiter! Hoffentlich bis ins hohe Alter! Grosse Träume hat man schon. Einen Spielfilm mit Helga Schneider! Eine eigene Comedy Show im TV. Eine Live Band auf der Bühne. Aber, da bin ich realistisch und backe weiterhin kleine Brötchen. Vorerst bin ich einfach dankbar, wenn alle Künstler und Künstlerinnen wieder auftreten dürfen.


HIER gehts zum Youtube Profil von Helga Schneider.

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