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FASHIONPAPER – das Magazin für Fashion, Beauty und Lifestyle

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Die Hüterin der echten Herzlichkeit: Andrea Schneeberger und die Seele des Tuxerhofs

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Die Hüterin der echten Herzlichkeit: Andrea Schneeberger und die Seele des Tuxerhofs

Sie führt ein Fünf-Sterne-Refugium im Zillertal, leitet Millionen-Investitionen und hat sich doch die Bodenständigkeit einer echten Tiroler Gastgeberin bewahrt. Ein Porträt über Andrea Schneeberger – über Werte, Haltung und das Geheimnis hinter einem der erfolgreichsten Familienhotels der Alpen.

Wer Andrea Schneeberger im Foyer des Tuxerhofs begegnet, spürt sofort eine besondere Energie. Kein inszeniertes Management-Lächeln, kein distanzierter Fünf-Sterne-Gleichschritt. Ihre Ausstrahlung ist warm, nahbar und von einer tiefen Leidenschaft für das Metier geprägt. „Gemütlich, aufmerksam und charmant“ – das sind die drei Worte, mit denen die Hotelierin die Atmosphäre ihres Hauses beschreibt. Doch es sind genau diese drei Werte, die vor allem ihre eigene Persönlichkeit als Chefin widerspiegeln.

Ein Erbe in vierter Generation
Der Tuxerhof ist eine Legende mit Geschichte: Seit bald 100 Jahren wird das Haus in Familienhand geführt. Andrea Schneeberger vertritt die vierte Generation. „Das Haus ist eigentlich das Lebenswerk meiner Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern“, sagt sie voller Demut. „Ich sehe es als eine grosse Ehre und wunderschöne Aufgabe, dieses Erbe weiterzuführen und den Tuxerhof für die nächste Generation erfolgreich in die Zukunft zu steuern.“

Schon als Kind wuchs sie im Hotel auf, lebte mittendrin im Geschehen. 2016 übernahm sie die operative Geschäftsführung, nachdem sie sich jahrelang an der Seite ihrer Familie eingearbeitet hatte. Dass Hotellerie auf diesem Niveau kein normaler Job ist, weiss sie genau: „Man muss dafür brennen. Unser Betrieb läuft 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Wenn die Leidenschaft fehlt, kann man dieses Pensum nicht mit Lächeln durchhalten.“

Führung durch Vorbild: Menschlichkeit vor Perfektionismus
Wie schafft man es, ein Team aus Dutzenden Mitarbeitenden täglich neu für spürbare Gastfreundschaft zu begeistern? Für Andrea Schneeberger beginnt alles beim eigenen Handeln: „Es ist wie in der Erziehung bei den eigenen Kindern: Man muss es selbst vormachen. Ich kann Herzlichkeit nicht nur einfordern, ich muss sie jeden Tag vorleben.“

Bei der Auswahl neuer Mitarbeiter zählt für die Chefin vor allem eines: soziale Kompetenz. „Ob jemand kochen oder massieren kann, ist das fachliche Fundament – das lässt sich lernen. Aber die soziale Einstellung, das Wertegefühl und das Menschliche müssen von Herzen kommen.“ Um dieses Gefüge zu stärken, investiert der Tuxerhof enorm in sein Team: Eigene Mitarbeiterhäuser mit hochwertigen Wohnungen, freie Nutzung des Spa- und Fitnessangebots sowie gemeinsame Teamevents gehören zum Standard.

Die Genuss-Philosophie der Chefin: Sommelière & Knödel-Liebe
Dass Andrea Schneeberger eine Perfektionistin mit Feingefühl ist, zeigt sich in allen Facetten des Hauses. Als diplomierte Sommelière begleitet sie die Weinauswahl im Tuxerhof mit grosser persönlicher Hingabe. „Wein muss zugänglich sein und Trinkspass machen“, erklärt sie lächelnd. „Es geht darum, im Gespräch zu spüren, was der Gast zu Hause gerne trinkt, und ihn dann mit dem passenden österreichischen Tropfen zu überraschen.“

Wenn es um ihr eigenes kulinarisches Herzstück auf der Karte geht, schwärmt sie von der heimischen Lachsforelle aus der Zillertaler Fischzucht: „Mit Bärlauchpüree und feinem Spargelsalat – das zeigt perfekt unsere Philosophie: Regional, aber mit Leichtigkeit und Finesse, ohne übertrieben fancy zu wirken.“

Und auf die Frage nach ihrem persönlichen Favoriten schmunzelt die Chefin, die ihre Gäste täglich auf Spitzenniveau verwöhnt: „Wenn das Hotel im Mai Schliesszeit hat und die Küche ruht, gibt es für mich nichts Schöneres als echte Tiroler Spinatknödel mit brauner Butter und Parmesan. Das ist für mich Seelenfutter pur.“

Das Geheimnis dauerhafter Perfektion
Dass Andrea Schneeberger Mut besitzt, bewies sie 2018. Damals zeichnete sie verantwortlich für den Abriss und Neubau des Stammhauses – ein Investitionsprojekt von acht Millionen Euro ohne ein einziges zusätzliches Gästebett. „Das war finanziell und emotional ein riesiger Meilenstein. Aber es war die absolut richtige Entscheidung für unsere Qualität.“

So souverän sie Millionenprojekte steuert, so bodenständig ist ihr privater Ausgleich. Wenn die Hotelierin Energie tanken möchte, zieht es sie in die Stille der Zillertaler Natur oder an ihren geheimen Lieblingsort im Haus – die Saunawelt rund um den unterirdischen Bergsee ausserhalb der Öffnungszeiten.

Wie schafft man es, die Qualität Jahr für Jahr auf Fünf-Sterne-Niveau zu halten? „Qualität ist für mich die hundertprozentige Deckung von Erwartungen“, erklärt Andrea Schneeberger mit einem treffenden Vergleich aus der Management-Welt. „Es geht darum, seine Stärken genau zu kennen, keine falschen Versprechen zu machen und diese Versprechen dann jeden Tag in Perfektion zu halten. Bei uns ist nichts dem Zufall überlassen – jeder Ablauf ist durchdacht, damit sich der Gast von der ersten Sekunde an geborgen fühlt.“

Wenn Worte das Herz berühren: Dankbarkeit als echter Lohn
Auf die Frage nach den emotionalsten Begegnungen ihrer Karriere als Fünf-Sterne-Gastgeberin muss Andrea Schneeberger einen Moment nachdenken. Es sind nicht die prominenten Namen oder die grossen Festakte, die ihr Gänsehaut bescheren, sondern die tiefen, ehrlichen Zwischenmenschlichkeiten.

„Vor zwei Jahren hatte ich ein Gespräch mit einem Gast. Für mich war es in dem Moment einfach ein schöner, intensiver Austausch“, erinnert sich die Hotelierin. „Einige Tage später erreichte mich ein persönlicher Brief. Der Gast schrieb mir, was dieses Gespräch in ihm angeregt hat und was es für sein Leben bedeutete. Wenn man merkt, dass man durch ehrliche Aufmerksamkeit einen Menschen im Herzen berührt hat – das gibt einem unglaublich viel positive Energie zurück.“

Eine Vision für die nächsten Jahrzehnte
Für die Zukunft plant Andrea Schneeberger kein weiteres Wachstum in der Bettenzahl. Die familiäre Note, das persönliche Wiedersehen und das Wiedererkennen der Gäste mit Namen stehen an oberster Stelle.

„Wahrer Luxus ist in unserer schnellen Zeit nicht das Noch-Mehr oder Noch-Grössere“, betont die Erfolgs-Hotelierin. „Wahrer Luxus ist Zeit und Raum. Wenn unsere Gäste am Ende ihres Aufenthalts nach Hause fahren und spüren, dass sie hier ihren ganz persönlichen Lieblingsplatz gefunden haben – dann haben wir alles richtig gemacht.“

Ramona Bonbizin ist die Gründerin des Magazines Fashionpaper.

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