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FASHIONPAPER – das Magazin für Fashion, Beauty und Lifestyle

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Das bewohnbare Festspiel: Wo Salzburgs Geschichte auf der Zunge zergeht

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Das bewohnbare Festspiel: Wo Salzburgs Geschichte auf der Zunge zergeht

Ein Bürgerhaus aus dem 14. Jahrhundert, Kupferpfannen als Hommage an altes Handwerk und ein Fisch in der Salzkruste, der die DNA einer ganzen Region wiederspiegelt: Das Hotel Goldgasse in der Salzburger Altstadt zeigt, wie unaufgeregter Luxus und radikale Heritage im 21. Jahrhundert verschmelzen.

Wer die schmale, kopfsteingepflasterte Goldgasse im Herzen der Salzburger Altstadt betritt, spürt sofort, dass hier die Zeit einem anderen Rhythmus folgt. Nur einen Steinwurf von der legendären „Jedermann“-Bühne auf dem Domplatz und den Festspielhäusern entfernt, verbirgt sich hinter den historischen Mauern eines ehemaligen Kupferschmiedhauses aus dem 14. Jahrhundert ein echtes Juwel der Top-Hotellerie: das Hotel Goldgasse. Ein Haus, das man nicht einfach saniert hat, sondern dem man zugehört hat.

Wenn Wände Theatergeschichte atmen
Unter der strategischen Leitung von Geschäftsführerin Margot Weindorfer wurde hier ein Konzept realisiert, das die reiche Kunst- und Kulturgeschichte der Mozartstadt nicht als verstaubtes Museum inszeniert, sondern als lebendiges, modernes Design-Statement. Der Clou: In den Zimmern und Suiten schlafen die Gäste unter grossformatigen Wand-Szenenbildern des renommierten Festspiel-Fotografen Luigi Caputo. Die dramatische, emotionale Bühnenfotografie bestimmt die Farbigkeit und Textur der Räume. Altes Parkett, historische Tramdecken und jahrhundertealter Stuck treffen auf minimalistisches Interieur. Ein Spagat, der durch viel Fingerspitzengefühl bei Haptik, Farben und edlen Stoffen bravourös gelingt. Hier wird das Festspiel-Gefühl bewohnbar.

Barockes Catering & Kulinarik ohne Pinzetten-Attitüde
Dieses feine Gespür für die Historie setzt sich im angeschlossenen Gasthaus Goldgasse nahtlos fort – allerdings völlig unprätentiös und ohne steife Allüren. Obwohl die herausragende Küchenleistung offiziell mit einem renommierten Michelin-Key ausgezeichnet wurde, bleibt das Konzept bodenständig: „Für uns stehen die Produkte, der Geschmack und der Gast im Mittelpunkt“, betont Margot Weindorfer. Das kulinarische Theater überlässt man getrost anderen. Stattdessen regiert eine ehrliche, leidenschaftliche Frischeküche, die den Bogen vom klassischen Backhendl bis zu barocken Rezepturen spannt.

Das Gasthaus hütet einen ganz besonderen Schatz: Das erste gedruckte Kochbuch der Stadt von Konrad Hacker, dem einstigen Koch des Salzburger Erzbischofs. Aus dieser barocken Rezeptsammlung entlehnt die Küche feine Inspirationen – wie das legendäre „Suckendy“, ein in einer speziellen historischen Marinade eingelegtes Fleischgericht. Sogar die kunstvollen Wandgestaltungen im Gasthaus zeigen historische Pastetendeckel-Zeichnungen aus diesem Buch. Als charmante Verbeugung vor der Vergangenheit als Kupferschmiedhaus werden die Speisen in schweren Kupferpfannen serviert, und der Tresen – das pulsierende Herz des Raums – glänzt in edlem Kupfer.

Der Geschmack von Salzburg: Die Lachsforelle in der Salzkruste
Wer den kulinarischen Charakter des Hauses verstehen will, bestellt die Fuschlsee-Lachsforelle in der Salzkruste, serviert ab zwei Personen. Inspiriert vom südeuropäischen Branzino in der Salzkruste, ist dieses Gericht eine geniale Hommage an die Stadt selbst: Salzburg wurde einst durch das „weisse Gold“, den Salzhandel, reich. Der heimische Seefisch gart im eigenen Saft unter der regionalen Salzkruste und wird dadurch unvergleichlich saftig und aromatisch. Gepaart mit einem fruchtig-spritzigen Rosé-Sekt vom Weingut Bründlmayer – einer eleganten österreichischen Antwort auf den klassischen Champagner – zelebriert die Goldgasse hier Understatement auf allerhöchstem Niveau: ein Ort für Reisende, die das Authentische, das Unverwechselbare und den unaufgeregten Luxus suchen.

Ramona Bonbizin ist die Gründerin des Magazines Fashionpaper.

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