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PRIYA RAGU skizziert mit „Good Love 2.0“ die perfekte erste Liebe

Musik und Kino

PRIYA RAGU skizziert mit „Good Love 2.0“ die perfekte erste Liebe

Photo: zVg Warner Music

PRIYA RAGU skizziert mit „Good Love 2.0“ die perfekte erste Liebe

Priyas Musik könnte man im weitesten Sinne als R&B beschreiben, zugleich ist sie anders als sämtlicher R&B, den man zuvor gehört hat. Es ist sowohl seltsam vertraut als auch komplett unerkennbar. Man stelle sich Kehlani, Summer Walker oder Snoh Aalegra durchzogen von südindischer Instrumentierung vor, um eine ungefähre Vorstellung des Wunderwerkes zu haben, der tiefgreifenden Magie von Priyas betörender Musik. Produziert von ihrem Bruder, Japhna Gold, und geschrieben komplett von Priya und ihrem Bruder, ist die Musik in den Klängen ihres kulturellen Erbes getränkt, von grossartigen Kollywood-Samples (ähnlich wie Bollywood, doch aus Tamil Nadu im Süden Indiens stammend) und Krishna-Mantras bis hin zu traditionellem Tabla und der tamilischen Sprache selbst. Ihre Musik ist eine essenzielle Momentaufnahme der sri-lankischen und südindischen Sounds, von den Strassentänzen der Kuthu über religiöse Gesänge.

Die tamilisch-schweizerische Künstlerin, Priya Ragu, nähert sich ihrer Kunst mit einer aussergewöhnlichen Lebenserfahrung, einer kreativen Vision, die das grosse Ganze im Blick hat, und einer einzigarten Weise, dies in Musik zu übersetzen.

Mit ihren Songs gehe es ihr darum, Erwartungen zu unterlaufen, sagt Priya: „Ich will die Stereotypen infrage stellen, dass sri-lankische Menschen im Wesentlichen allesamt Köche, Reinigungskräfte oder Verkäufer sind. Menschen, auf die man herabblickt. Leute, die man selten beneidet oder begehrt. Ich bin stolz darauf, wer ich bin. Und meine Musik zelebriert das.“

Ihre offizielle Debüt-Single bei Warner ist das unglaublich charismatische „GoodLove 2.0“, ein wunderschön optimistischer Song, in dem Priya ihre Vorstellung einer perfekten ersten Liebe skizziert – „jenseits von Religion, jenseits von Kasten, jenseits von Hautfarben. Es ist das Gefühl, dass nichts dich auseinanderbringen kann, weil es so stark ist.“ Das dynamische, eindringliche Video wurde Anfang 2020 in Goa gedreht und die Besetzung wurde von Priya selbst zusammengestellt, nachdem sie Instagram durchkämmt hatte und einen Regisseur in Mumbai, einen Stylisten in Delhi und eine Hauptrolle ebenfalls in Delhi gefunden hatte.

HIER gehts zum neuen Youtube Video Priya Ragu.

Priya, deren Eltern in den frühen 80er-Jahren vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka flüchteten, wurde in der Schweiz geboren und wuchs dort auch auf. Ihre Eltern kamen zunächst in Deutschland an, bevor sie sich später in St. Gallen niederliessen, wo Priya und ihr älterer Bruder aufwuchsen. Ihre Kindheit und Jugend waren friedlich und traditionell, durchzogen von wöchentlichen Familientreffen, bei denen Verwandte zusammenkamen, um gebratenes Spicy Chicken zu essen und zwanglos miteinander zu musizieren, auf allem, was sich gerade finden liess, von „einem Plastikwäschekorb bis hin zu Löffeln und Gabeln“. Die junge Priya tanzte dazu, bemerkte, wenn die Erwachsenen den Ton nicht trafen und speicherte es unterbewusst für ihr späteres Leben ab.

Priya hat eine bemerkenswerte Stimme. Sie ist warm und melodiös und zugleich von einer mühelosen Emotion durchzogen, die Freude ebenso wie Verlangen zum Ausdruck bringen kann. Sie entdeckte im Alter von 10 Jahren, dass sie singen kann, als ihr Vater sie davon überzeugte, einer Band beizutreten, die sich formiert hatte, um Geld für die Heimat zu sammeln. Ihr Vater spielte Tabla, ihr Bruder Schlagzeug und Priya war die widerstrebende Lead-Sängerin. Obwohl die Töne der spirituellen, traditionellen Eelam-Musik zu hoch für Priya waren, erwachte doch etwas in ihr. Sie hörte ihre eigene Stimme und mochte, wie sie klang.

„Auf eine Weise hatte ich das Gefühl, als habe das Universum einfach nur gewartet, bis ich bereit bin. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Musik, die ich mache, zu einer anderen Zeit hätte machen können. Und die Tatsache, dass ich sie mit meinem Bruder machen kann, macht es noch besonderer. Es ist so magisch“, sagt Priya. Sie begann, Songs darüber zu schreiben, aus dem Korsett der Erwartungen auszubrechen, und die Reaktionen kamen prompt, und zwar quer über Blogs und Seiten rund um die Welt. Wenig später begann Priya, eine kleine, jedoch hoch engagierte Fangemeinde hinter sich zu versammeln. Organischer Support kam zudem von VH1 India, Rolling Stone India, BBC Radio 1 und BBC 1XTRA. Im März 2020 lud TEDXTalks Priya ein, ihre Geschichte zu erzählen und bei einem Event in Zürich zu performen.

Textlich konzentriert sich Priyas Musik auf Spiritualität und Möglichkeit, Sehnsucht und Liebeskummer. Sie singt vornehmlich auf Englisch, gelegentlich strömt jedoch auch Tamilisch durch und das auf einem Level weit über dem, was man aus der meisten zeitgenössischen Musik kennt. Auch Priyas Mode verwischt die Konturen: zu einem Sari trägt sie Sneakers und einen Rollkragenpullover, einen Salwar Kamiz rundet sie mit einem Blazer ab. Für jemanden wie sie, die seit ihrer Geburt durch unterschiedliche Welten navigiert ist, ist es nur natürlich, dass die Musik, die Kleidung, das Essen und die Sprache, die ihrem kreativen Quell entspringen, die Summe ihrer Teile ausmachen. „Es wäre mir unmöglich, meine Kultur nicht in sämtliche Aspekte meines Lebens zu integrieren.“

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