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FASHIONPAPER – das Magazin für Fashion, Beauty und Lifestyle

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Die Rallye meines Autokaufs

Automobil

Die Rallye meines Autokaufs

Die Rallye meines Autokaufs

Willkommen zu meiner Serie „Die Rallye meines Autokaufs“. Da es in dieser Storie so viele lustige und ernste Anekdoten gab, über diese ich unseren Lesern erzählen möchte, haben wir diese Storie auf mehrere Artikel aufgeteilt. Eine 1:1 Reportage, wie sie bei deinem Autokauf auch vorkommen kann.

Mein VW mit über 300’000 Kilometer
Ausschlaggebend zu Beginn war die Tatsache, dass mein VW bereits über 300’000 Kilometer auf dem Buckel hatte und ich mich dazu entschieden habe, ihn zu verkaufen. Für mich ist ein Auto nicht einfach ein Auto; ich pflege es und gebe ihm sorg, sodass der VW auch nach so vielen Kilometer noch Tipptop auf den Rädern war. Anfangs wusste ich nicht, dass der Occassions-Markt durch Coroni in der Schweiz regelrecht brannte. Nach meiner Eurotax Bewertung des Fahrzeugs und den anschliessenden Verkaufsinseraten bei Autoscout24, tutti.ch und Anibis.ch war das Auto bereits innert wenigen Tagen verkauft. Dabei dachte ich mir noch, es war Glück, ein Auto mit solch vielen Kilometer so schnell zu verkaufen.

Und nun stand ich da, ohne Auto. Trotzdem wollte ich mir mit dem Kauf eines neuen Autos genügend Zeit für die Evaluation lassen. Durch was oder wen habe ich mich beim Autokauf beeinflussen lassen? (Hier kommt die wichtigste Passage für Werber und Marken) Ganz klar kann ich Nachhinein sagen: Es waren nicht die Banner, welche einem lästig um die Ohren fliegen oder Werbevideos. Für mich zählte der direkte Verkaufskontakt und als Inspiration Youtube-Sequenzen einzelner Testberichte.

Audi, eine meiner Lieblingsmarken
Auf meiner ersten Wunschliste stand die Marke Audi und Volkswagen. Ich fuhr früher immer Modelle der Marke Audi und der einzelne VW war dann der notwendigen Grösse geschuldet. Nach dem ersten Schritt in einen Showroom von Volkswagen meiner Region hat sich diese Sache erledigt. Also nicht die Autosuche, sondern die Marke VW weiter in meiner Evaluation einzubeziehen. Zuerst war die sehr lange Wartezeit, bis sich ein Herr VW-Verkäufer genehm war, mich zu bedienen und zum Schluss mit der Aussage abspeiste: „Es hat nur noch die Fahrzeuge hier auf dem Platz und im Showroom, alles andere ist verkauft. Alle Lager in der Schweiz sind leer.“ Diese Tatsache bestätigte mir später auch einer aus dem Kader, dass durch Coroni die Produktionen im Rückstand sind und so die letzten Fahrzeug im Showroom noch gut gehütet werden. Aber wie sagt man so schön: C’est le ton qui fait la musique.

Anschliessend zu Volkswagen ging es weiter in den Showroom von Audi. Die Bedienung und das Verkaufsgespräch war schon viel aufmerksamer. Kaum habe ich den Audi gestartet, hat mich das Display mit den vier Ringen begrüsst und ich war emotional getroffen. Meine Lieblingsmarke. Nach meinen Testfahrten variierte ich noch zwischen den Modellen Audi A4 und A6. Zu aufmerksam wollte mir aber der Audi-Verkäufer nach der Testfahrt zu verstehen geben, wenn ich einen Audi in einer anderen AMAG Filiale (AMAG ist der offizielle Schweizer Importeur von Audi, Volkswagen, Skoda und Seat) sehe, bitte dieses Fahrzeug über ihn offerieren zu lassen, weil es sonst interne Probleme gäbe. Ich erklärte dem Verkäufer, dass es mir frei zusteht, verschiedene Offerte einzuholen.

Sei schlauer wie ein Autoverkäufer
Aber auch in dieser Annahme wurde ich später zu Besserem belehrt: Wer einmal bei der AMAG oder einem deren Partnerbetriebe eine Offerte einholt, ist im Kundensystem mit der Offerte schweizweit registriert und du wirst so immer die gleichen oder sehr ähnliche Konditionen vom ersten Angebot bekommen. Das hat dazu geführt, als mein Mann explizit für sich eine Offerte bei einem anderen Verkäufer angefordert hatte, eine Offerte auf meinen Namen ausgestellt bekam. Ich weiss nicht, inwieweit das hier mit dem Datenschutz korrekt funktioniert. Für mich bedeutete es, ich muss schlauer als die Verkäuferschaft mit ihrem CMS sein. Und plötzlich purzelten die Rabattpreise. Ich wollte dennoch fair zum ersten Audi-Verkäufer sein und bat ihn, mir nochmals den Audi mit seinem letzten Netto-Rabatt zu offerieren. Stattdessen erhielt ich ein E-Mail von ihm: [… Grundsätzlich ist dann aber unser ausgestelltes Modell (…) nicht das richtige für Sie, …]. In der Kurzfassung: Ich fragte beim Audi-Verkäufer nach zusätzlichem Rabatt nach und bekam die Antwort, das ist nicht das richtige Fahrzeug für mich. Ein paar Tage darauf war ich in der Region Zürich unterwegs und wusste, dass dort in der Nähe ein Neuwagen von Audi in meiner Wunschkonfiguration zum Verkauf steht. Als ich diesen Showroom betrat, „hängte“ der Geschäftsführer an der Empfangstheke, glotzte mich an und die Empfangsdame gab mir nett (Anm. der Redaktion „ironisch“) zu verstehen, dass es völlig daneben ist, einfach ohne einen Termin einen Audi Showroom zu betreten. Nach einer Wartezeit kam der Verkäufer (Hintergrundinformation: Mir wurde das Fahrzeug bereits vor meinem Besuch offeriert), mit einem völlig roten Kopf und meinte, das Fahrzeug sei jetzt nicht hier, … bla bla bla.

Werbung vs Erlebniss
Ich verabschiedete mich und für mich war durch all diese Vorkommnisse die Marke Audi in meiner Evaluation erstmals gestorben und meine Wunschliste wieder frei. Zurück zur wichtigsten Passage, was bringen aufwendige Werbefilme einer Marke oder teure Digitalkampagnen, bei welcher versucht wird, jeder letzte Interessent zu tracken – wenn an der Front solche Verkaufserlebnisse resultieren? Sind sich grosse Marken bewusst, was eine Visitenkarte, wie ein Verkäufer an der Front gewinnen oder verspielen kann?

Im nächsten Teil der Storie erfährt ihr, welche Marken auf meiner Wunschliste nachrückten und was ich gesucht habe, als ich dachte, ich sei beim Mafia-Boss im Büro gelandet oder wie mich ein Verkäufer offensichtlich an der Nase herumführen wollte.

Ramona Bonbizin ist die Gründerin des Magazines Fashionpaper.

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